Berny's Knowledgebase als Newsfeed

An dieser Stelle möchte ich kurz meine Erfahrungen mit Lucid Lynx schildern und Tipps geben, um gewisse Klippen zu umschiffen.

Da ich mir für mein Denk-Brett sowieso vor ein paar Tagen eine neue (deutlich größere) Festplatte angeschafft hatte, habe ich die Chance genutzt, für einen radikalen Neuanfang: Komplette Neuinstallation auf der frischen Platte mit dem noch nicht mal ganz freigegebenen Lucid Lynx.

Grundinstallation

Release-Candiate runtergeladen, Alternate-CD, wie immer.
Booten davon.
Ein paar Fragen beantworten, Festplatte manuell partitionieren und mit LVM und entsprechenden Volumes ausstatten
Nicht allzu viel Zeit später: Staunen
Alles funktioniert erst mal, alle Hardware wurde automatisch erkannt. 16:9-Display, WLAN, … All die Komponenten, wo man erst mal Bedenken hat.
Genauso gut hat damals (auf der fast gleichen Hardware) die Installation der 8.04 funktioniert.

Bravo - Großes Lob an die Ubuntu-Jungs!!

Anpassungen

Die finale Version war inzwischen erschienen, alle Updates über aptitude nachgezogen. Keine Probleme.

Dann kamen die Anpassungen dran: Lucid Lynx soll sich ja möglichst wieder genauso bedienen wie vorher. Hier liegt eine der Herausforderungen. Anfreunden mit KDE 4.x und rausfinden, wo die Jungs die Einstellungen jetzt so verstecken. Alles in Allem doch zweienhalb Tage Aufwand für Einarbeitung und Konfiguration.

Stolpersteine

Flash-Player

Problem: Youtube geht nicht.

Auch nach Installation des Pakets flashplugin-nonfree
Nach langer Analyse kommt die Erkenntnis: Das Paket ist - naja um’s politisch korrekt auszudrücken - eine Mogelpackung. Das benötigte .so-File ist darin gar nicht enthalten. Genauergesagt: Außer einem copyright File und einem Changelog ist gar nix drin… :-(

Lösung: Manuell installieren

Download von http://fpdownload.macromedia.com/get/flashplayer/current/install_flash_player_10_linux.tar.gz
auspacken
das darin befindliche libflashplayer.so in das (ggf. neu anzulegende) Verzeichnis ~/.mozilla/plugins kopieren. Und schon klappt’s auch mit den Web-Videos.

Grub nachjustieren

Die Default-Konfiguration von Grub2 hat mir gar nicht gefallen, man kriegt vom Boot-Prozess nichts mit und hat erst mal keine Möglichkeit einzugreifen, es wird kein Boot-Manager-Menü angezeigt, keine Boot-Meldungen, ja noch nicht mal ein Splash. Kurz gesagt: Zwischen dem Logo des BIOS und dem grafischen Login-Screen sitzt man vor einem komplett schwarzen Bildschirm.

Das musste sich ändern. Meine /etc/default/grub sieht jetzt so aus:

GRUB_DEFAULT=0
#GRUB_HIDDEN_TIMEOUT=10
GRUB_HIDDEN_TIMEOUT_QUIET=false
GRUB_TIMEOUT=10
GRUB_DISTRIBUTOR=`lsb_release -i -s 2> /dev/null || echo Debian`
#GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash"
GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=""
GRUB_CMDLINE_LINUX=""

Auch das Handling ist jetzt etwas anders, als bei der ersten Version von Grub:

grub-mkconfig

zeigt an, wie die /boot/grub/grub.cfg aussehen würde, die er jetzt erzeugen würde. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, kann man das File mit

update-grub

jetzt dann auch wirklich erzeugen lassen. Damit zieht die beim nächsten Boot.

Jetzt gibt’s wieder ein Boot-Menü und Boot-Meldungen… Besser!

Kleinere Haken

  • Beim Firefox treten beim Verschieben des Fensters ganz sporadisch mal Bildfehler auf.

  • Kleopatra behauptet, mit Zertifikaten vom Typ X.509 nichts anfangen zu können. Wie man dann KDE-Anwendungen sauber Zertifikate zur Verfügung stellen kann, bleibt noch zu klären.

  • Im K-Menü und im Kontext-Menü gibt’s den Punkt "Befehl ausführen…" den ich sehr oft brauche. Leider erschliesst sich mir absolut nicht, wie man dem Ding eine Tastenkombination zuordnen können soll… [UPDATE]: Inzwischen gelöst: Standard-Tastenkombination ist [Alt] [F2], zu ändern über K-Menü → Einstellungen → Systemeinstellungen → Systemverwaltung → Tastatur & Maus → Globale Kurzbefehle → KDE-Komponenten: Oberfläche zur Ausführung von Befehlen → Befehl ausführen +(Das ist aber auch ein Klickpfad, der tief ins Innere führt. Intuitiv ist was anderes!!)

  • Einen "Ausfall" von K-Mail hatte ich. Es konnte irgendwann einfach keinen Kontakt mit dem IMAP-Server mehr herstellen. Auch Restart der Anwendung half nix. Erst nach Neuanmeldung lief’s wieder. Ursache unklar.

  • Manchmal werden einzelne Einstellungen, die ich in KDE gemacht habe offensichtlich nicht dauerhaft gespeichert. So hatte ich z. B. auf jeder Arbeitsfläche ein eigenes Hintergrund-Bild definiert. Nach dem nächsten Anmelden hatten alle wieder ein einheitliches. Gleiches nochmal konfiguriert, und jetzt behält er’s…

  • Firefox (3.6.3) hat irgendwie ein Problem mit Newsfeeds. Die kann er nicht darstellen…

Gut gefallen

  • Die Transparenz-Effekte sehen echt schick aus. Alle Ein- und Ausblendungen laufen ganz sanft. Für meinen Geschmack zwar zu viel waberndes, aufpoppendes Zeugs, aber das kann man alles wieder wegkonfigurieren. Ein paar von den schicken Effekten habe ich aber gelassen. Beeindruckt User anderer Betriebssysteme!

  • Das Konzept mit den Widgets (in KDE werden sie Mini-Programme genannt) gefällt - wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat - auch recht gut.

  • Suspend to RAM funktioniert noch besser als in 8.04. Da hatte ich noch Tricks eingebaut, dass einzelne Kernel-Module vor dem Suspend entladen und nach dem Aufwachen wieder geladen wurden. Ist jetzt nicht mehr nötig. Damit geht Suspend und Resume auch noch ein paar Sekunden schneller als vorher. Und bei 8.04 hatte ich dann trotzdem noch kleinere Probleme nach dem Aufwachen. Auch die sind komplett weg. Jetzt nutze ich STR auch bei kürzeren Arbeitspausen - ein kleiner Beitrag zur Green-IT.

  • Paket-Updates: Nachdem ja bis zum letzten Tag extrem fleissig an dem Release rumgeschraubt wurde (teilweise 100 Paket-Updates und mehr in kaum mehr als 24 Stunden) ist jetzt seit dem Release absolute Ruhe. Es kam so gut wie gar nichts mehr. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob überhaupt schon ein einziges Paket geupdated worden wäre… (Stand: 2010-05-02 21:00 MESZ)

  • Beim Rechtsklick auf die Uhr gibt’s die Funktion Uhrzeit und/oder Datum in verschiedenen Formaten in die Zwischenablage zu kopieren - praktisch! (Auch wenn mir die Uhr selber nicht so gut gefällt, da sie so riesig ist und so viel Platz in der Leiste wegnimmt.)

Mein Fazit

Lucid Lynx ist ein Release, mit dem man wirklich schon arbeiten kann. Wegen LTS wird das wohl auch wieder sehr lange mein Begleiter sein. Mit kleineren Macken (wie oben beschrieben) kann ich gut leben, bei einem ganz neuen System absolut verständlich.

Erfahrungen anderer User

etk schreibt: Kubuntu 10.04 auf Sony Vaio vpcf11m1e

Die erste Hürde ist auf dem Gerät der Grafiktreiber von Nvidia. Der Nvidia Chipsatz GT 330M ist in keinem der aktuellen Treiber als unterstützt ausgezeichnet. Trotzdem funktioniert der Treiber ab der Version 195.36.15 für diesem Chipsatz. Allerdings ist er derzeit nur in der 32bit Version verfügbar und es braucht eine kleinen manuellen Eingriff. Erfreulicherweise bietet die in Kubuntu 10.04 integrierte Treiberinstallation genau diesen Treiber schon an.

Das Vorgehen ist wie folgt:
Programme → System → Hardware Treiber
Den Beschleunigter Grafiktreiber von NVIDIA (Version current) [Empfohlen] auswählen und aktivieren.
Nachden der Treiber heruntergeladen und installiert wurde, auf der Kommandozeile bitte eingeben:

sudo nvidia-xconfig
Password:***********

Daraufhin wird eine xorg.conf im Verzeichnis /etc/X11 erstellt. Mit einem Texteditor in der Section "Device" folgende beiden Zeilen anfügen:

Option         "ConnectedMonitor" "DFP-0"
Option         "CustomEDID" "DFP-0: /proc/acpi/video/NGFX/LCD/EDID"

Die so geänderte xorg.conf speichern. Rechner neu starten. Jetzt sollte die korrekte Auflösung eingestellt sein.

Die zweite Hürde ist der Wlan Treiber. Hier muss lediglich ein Paket nachinstalliert werden:

linux-backports-modules-wireless-lucid-generic

oder

linux-backports-modules-wireless-lucid-generic-pae

je nachdem welcher Kernel installiert ist. Wobei sich der pae Kernel empfiehlt, weil dann die installierten 4BG Ram genutzt werden können. Allerdings gibt es hier auch warnende Stimmen die sagen, dass der Nvidia Treiber sich mit dem pae-Kernel nicht vertragen könnte. Das hat bei mir aber offenbar geklappt.

Die dritte Hürde: der Sound treiber

Die Soundhardware dieses Laptops wird erst ab der ALSA Version 1.0.23 unterstützt. Da in der aktuellen Distribution von Lucid Lynx erst die ALSA Version 1.0.22.1 angeboten wird, muss man die neuesten ALSA Treiber von Hand nachrüsten. Zu diesem Zweck gibt es ein Skript welches den Update relativ einfach macht hier: http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=1046137

Um das Skript herunterzuladen (steht am Ende des ersten postings) muss man sich in dem Forum registrieren. Benutzername und Passwort ausdenken, eine gültige eMail-Adresse eingeben, und die Antwortmail bestätigen und gut ist.

Das Skript wird vom Autor derzeit aktuell gehalten und macht den Update schon auf die richtige Version 1.0.23.

Kurze Alsa-Upgrade-Script Installationsanleitung:

Das Skript herunterladen und irgendwo speichern

cd <download-dir>
tar xvf AlsaUpgrade-1.0.23-1.tar
sudo ./AlsaUpgrade-1.0.23-1.sh -d
sudo ./AlsaUpgrade-1.0.23-1.sh -c
sudo ./AlsaUpgrade-1.0.23-1.sh -i
sudo shutdown -r 0

Danach musste ich noch auf der Kommandozeile

alsamixer

starten und den Regler Speaker ganz aufdrehen. Danach konnte ich mit dem Kommando:

aplay /usr/share/sounds/alsa/Front_Center.wav

den Sound schnell ausprobieren.

Nächste Hürde: Die eingebaute Webcam MotionEye

Gute Nachrichten: Es ist gar keine Hürde :-)
Einfach aus dem KMenue Kopete aufrufen, Einstellungen → Einrichten → Video
und sich selbst bewundern. :-)))

Ok, es gibt doch noch eine Hürde: Das interne Mikrophon

…to be continued.

Sebastian schreibt: Java Entwicklungsarbeitsplatz unter Ubuntu 10.04 LTS

In seinem Blog-Eintrag beschreibt Sebastian "Sepp" Hempel seine Erfahrungen mit der Installation. Er hat sich dabei einen Entwicker-Arbeitsplatz eingerichtet:

Marius schreibt: Ubuntu - alles sauber!

In seinem Eintrag im Netways-Blog beschreibt Marius, wie man sinnvoll mit dem Userprofil aus älteren Installationen umgeht, um nicht unnötig Ballast mit sich herumzuschleppen und nicht von neuen Funktionalitäten der Software-Pakete ausgegrenzt zu werden: